Sonntag, 11. September 2022

Harz 2022 - Klosterluft zum Urlaubsstart

 Auf den Spuren von Klosterwanderweg und Klostersommer

Es fühlt sich irgendwie immer noch total unreal an. Heute ging es für mich wirklich in den Urlaub. Mein Herz sagt mir irgendwie immer noch, dass das nicht geht. Und mein Kopf versucht da irgendwie gegen zu steuern. Das Ergebnis ist ein riesiges Durcheinander. Und gerade dagegen hilft hoffentlich die einwöchige Auszeit, die ich mehr als nötig habe.

Eine Woche Harz. Ich freue mich drauf. Kopf aus, Wanderschuhe an und einfach abschalten und genießen. So mein Plan. Der einzig feste neben meinen gebuchten Wanderungen. Sonst will ich mich einfach nur treiben lassen und schauen worauf ich Lust habe. Ungewohnt. Aber vielleicht mal eine neue Erfahrung.

Heute am ersten Tag hatte ich mir für den Hinweg eine kleine Route überlegt. Es fehlten noch drei Stempel um den Klostersommer komplett zu machen. Und dieses Wochenende machte der blaue Stempelkasten als Abschluss Station in allen sechs Klöstern gleichzeitig. Und so machte ich mich schließlich auf den Weg auf die andere Seite des Harzes um meine kleine Tages-Challenge zu starten.

1. Halt: Kloster Burchardi in Halberstabt

Hier erwartete  mich die erste Herausforderung. Das komplette Klostergelände eine riesige Baustelle. Der Hof wird neu gepflastert und barrierefreier gemacht. Tolles Sache. Bei Kaffee und Keksen standen Mitarbeiter des Klosters geduldig Rede und Antwort und ich konnte den ersten Stempel des Tages in mein Heft drücken. Wenige Meter weiter stand dann noch der Stempelkasten von "Im Schatten der Hexen". Auch der wurde auf einem zusätzlichen Stück Papier verewigt und somit Nr. 2 für heute.

 

Die ehemalige Klosterkirche machte einen etwas sehr tristen und auch ein wenig morbiden und  heruntergekommenen Eindruck. Fast schon wieder so ein bisschen Lost-Place-Feeling. Das eigentlich interessante war der durchgehend brummende Ton der monoton in der Luft lag. Hier in der Kirche wird das weltweit längste Orgelstück der Welt aufgeführt. Es heißt Organ²/ASLSP und wurde vom Künstler John Cage komponiert. Die Aufführung des Stückes soll 639 Jahre dauern, da es so langsam wie möglich gespielt wird. Der nächste Ton ist ab Februar 2024 zu hören. Es ist erst der 7. Ton. Start war im Februar 2001. Irgendwie beeindruckend und verwirrend zugleich. Moderne Kunst ist nicht so wirklich mein Fall.





Ab in Auto und weiter ging. Trotz dunkler Wolken hielt sich das Wetter bisher. Hoffentlich blieb es so.

2. Halt: Kloster Drübeck

Hier war schon ein bisschen mehr los als in Halberstadt. Aber es war trotzdem herrlich ruhig, da sich alles sehr verlief. Der Klostersommerstempel war nach kurzem Nachfragen im Cafe schnell gefunden und fand neben dem Stempel für den Klosterwanderweg seinen Weg ins Heft. Somit Stempel 3+4 für heute erfolgreich eingesammelt. Die Klosteranlage selbst war sehr schön und gepflegt. Die Kirche war gewohnt evangelisch spartanisch eingerichtet, aber dafür trotzdem schön. Und es war überall angenehm ruhig. Perfekt für mich und eine willkommene Entspannung vor meinem letzten Stopp für heute.

 
 



 

3. Halt: Kloster Wöltingerode

Nach einer halben Stunde Fahrt war dann meine letzte Station für heute erreicht. Auf ging es in den Trubel im Kloster Wöltingerode. Hier war heute Hoffest. Viel zu sehen und zu erleben. Der Fokus lag besonders auf alten Treckern und Landmaschinen. Egal ob Lanz, Deutz, Hanomag, und vieles mehr. Hier hätte das Herz meines Freundes garantiert schneller geschlagen. 

Ich habe die Chance genutzt und eine kostenlose kleine Führung durch die Klosterbrennerei gemacht. Wirklich super  interessant. Und natürlich mussten ein paar kleine Fläschchen als Urlaubssouvenir mit. Bei den vielen Sorten ist bestimmt was für uns dabei. 







 




Die letzten beiden Stempel (Klostersommer und Klosterwanderweg, Nr. 5+6) wanderten ins Heft und irgendwann machte ich mich dann schließlich auf den Weg in Richtung Clausthal Zellerfeld. 

Eichecken und Abendessen. Danach hier noch ein bisschen schreiben und dann müde und zufrieden ins Bett. In den nächsten Tagen werde ich wohl einen Ausflug nach Blankenburg machen und  mir die Klostersommer-Nadel abholen. Für morgen steht vormittags erst einmal eine Märchenwanderung für Erwachsenen in Hahnenklee auf dem Plan. Mal schauen, was da bei raus kommt. Ich bin gespannt.

 

 

Sonntag, 4. September 2022

Klutur Pur - Freilichtbühne Bellenberg "Madagascar - Das Musical"

I like to move it...

Auch dieses Wochenende waren wir wieder Gast auf der Freilichtbühne Bellenberg. Dieses Mal haben wir mit Marty, Alex, Gloria, Melman, den Pinguinen und vielen anderen verrückten Tieren eine wilde Party auf Madagascar gefeiert und einen super tollen Abend verbracht.
 
Wer kennt sie nicht, die Freunde aus dem Animationsfilm "Madagascar". Der ist mittlerweile fast schon Kult. Besonders der Lemur "King Julian" mit seinen Tanzeinlagen.Wer noch nie davon gehört hat hier eine kurze Zusammenfassung der Geschichte:
 
Im Central Park Zoo in New York lässt es sich gut leben. Unseren Freunden Marty dem Zebra, Gloria dem Nilpferd, Melman der Giraffe, Alex dem Löwen sowie den Pinguinen fehlt es an nichts. Doch einige Tiere zieht es in die Freiheit! Marty träumt vom Leben in der Wildnis und auch die Pinguine bereiten heimlich ihren Aufbruch in die Antarktis vor. Es kommt, wie es kommen muss: Die chaotische Flucht aus dem Zoo endet für unsere Freunde in Käfigen auf einem Schiff. Doch einige Tiere gehen über Bord und finden sich auf der wunderschönen, aber nicht ganz ungefährlichen Insel Madagascar wieder. Dort treffen sie auf die lustigen und stets partyfreudigen Lemuren. Aber auch die gefährlichen Fossa leben dort und die Freiheit der Wildnis verändert unsere liebevollen Zootiere.
Seht selbst, wer am Ende der Reise auf einer großen Strandparty mittanzt! „I like to move it!“
 
(Auszug aus dem Programm der Freilichtbühne) 
 
Sonst bin ich immer mehr als skeptisch, wenn  Animationsfilme in die Realität geholt und dann auch noch als Musical adaptiert werden. Selten kommen die Theaterstücke ans Original heran, sondern sind nur ein müder Abklatsch. Hier hatte ich große Hoffnung auf einen schönen Abend, da wir seit acht Jahren immer wieder Gast in Bellenberg sind und bis jetzt noch nie wirklich enttäuscht wurden. Und auch diese Mal war es so. Wir wurden ein weiteres Mal sehr positiv überrascht und hatten einen riesigen Spaß. Wir haben Tränen gelacht, geklatscht, getanzt und mitgesungen. 
 
Es war toll zu sehen, wie viel Spaß alle Akteure hatten und wie schon die Kleinsten gekonnt in das bunte Treiben auf der Bühne integriert wurden. Ich habe riesigen Respekt vor der Spielleitung. Das ist schon eine große Leistung so viele Spieler von Klein bis Groß unter eine Hut zu kriegen und dann auch noch Choreos einzustudieren. 
 
Die Hauptdarsteller waren gewohnt stimmlich in Topform und gingen echt in ihren Rollen auf. Egal ob der leicht selbstverliebte Löwe, die Hypochonder-Giraffe, das etwas hyperaktive Zebra, die Nilpferd-Diva, die Panzerknacker-Pinguine oder der Lemurenkönig im Partymodus. Gerade der letzte hat mir super gefallen. Er klang fast genau wie das Original aus den Filmen. 
 
Die Kostüme und die Deko waren wieder wunderbar detailverliebt und toll ausgearbeitet. Und auch der thematische Wechsel von New York nach Madagascar verlief super. Alles wieder wunderbar rund und besonders für die Kinder im Publikum waren beide Welten gut zu erkennen und zu unterscheiden. Mauern, U Bahn und viel Grau für die Stadt und Dschungel, Lianen und ganz viel Grün für Madagascar. Dazu die tollen Lichteffekte, die alles nochmal schöner in Szene gesetzt haben. Einfach toll.
 
Leider war ja wegen Urheberrecht kein Fotografieren erlaubt. So hatte ich mehr Zeit alles zu genießen. Aber ich habe die Erlaubnis einige Bilder zu zeigen, die die Freilichtbühne selbst auf Ihrer Website veröffentlicht hat. Zwar von einer Vorstellung am Tag, aber auch die sind schön anzusehen.

http://freilichtbuehne-bellenberg.de/media/pages/impressionen/unsere-stuecke/madagascar-2022/fd4d262acb-1658394205/dsc_1234.jpg 
 
http://freilichtbuehne-bellenberg.de/media/pages/impressionen/unsere-stuecke/madagascar-2022/a088c3b018-1658394208/dsc_1393.jpg 
 
http://freilichtbuehne-bellenberg.de/media/pages/impressionen/unsere-stuecke/madagascar-2022/5cbc74678f-1658394210/dsc_1467.jpg 
 
http://freilichtbuehne-bellenberg.de/media/pages/impressionen/unsere-stuecke/madagascar-2022/abf079a97a-1658394216/dsc_1753.jpg 
 

 
Vielen, vielen Dank liebe Freilichtbühne für diesen tollen Abend. Wir hatten das Vergnügen und konnten uns dieses Jahr alle Stücke anschauen und waren jedes Mal begeistert. Ich denke es sagt alles, dass gestern Abend der 20.000 Zuschauer der Saison geehrt wurde. Reife Leistung.
 
Wir freuen und schon riesig auf die nächste Saison und sind schon gespannt, was ihr dann aus dem Hut zaubert. Wir sind auf jeden Fall wieder dabei.

Wichtig: Die Rechte für die Fotos, die ich mir auf der Website der Freilichtbühne ausgeborgt habe liegen allein beim Verein Freilichtbühne Bellenberg e.V. Ich verdiene damit kein Geld. Das Bloggen ist ein reines Hobby von mir. Dankeschön!
 

Sonntag, 21. August 2022

Stempelwandern im Harz - Klostersommer im Kloster Walkenried

Unesco Welterbe im Harz, beeindruckende Ruinen und Manager-Mönche

Nach den Klöstern Michaelstein und Brunshausen stand diesen Sonntag das dritte Kloster für den Harzer Klostersommer im Kalender. Bergfest. Die Hälfte ist geschafft. 

Dieses Mal ging es ganz an den westlichen Rand des Harzes zum ehemaligen Zisterzienserkloster Walkenried. Wieder eine schöne Fahrerei. Und wieder wurde es warm. Aber das sind wir ja mittlerweile gewohnt.

Das alte Spiel. Auto parken, Lage sondieren und als erstes den Stempel einsammeln. Das ging wieder ziemlich schnell.



Als erstes ging es für uns dann ins Welterbe Informationszentrum. Hier kann man sich über das Unesco-Welterbe im Harz bestend aus der Oberharzer Wasserwirschaft, dem Bergbau im Harz, dem Kloster Walkenried  und der Altstadt von Goslar informieren. Echt toll gemacht mit ganz viel interaktiven Sachen, wie einer Multimediashow und Hörstationen. Besonders gut hat mir gefallen, dass man sich an einem Display aus Wanderwegen, Veranstaltungen, Bergwerken, Museen und anderen Sehenswürdigkeiten seine eigene Tour rund ums Unesco Erbe zusammenstellen und diese sogar entweder ausdrucken oder als Link aufs Handy laden konnte. Echt empfehlenswert.






Zum Mittagessen sind wir dann ins Klostercafe eingekehrt. Das Angeot war echt super und die vegetarischen Maultaschen mit Schwäbischem Kartoffelsalat sehr lecker. Mein Freund hatte Forelle mit Meerrettich und Brot. Auch ihm hat es sehr gut geschmeckt.


Frisch gestärkt haben wir uns dann die Ruine der Klosterkirche angesehen. Es stehen zwar nur noch einige wenige Fragmente der Mauern und von ein paar Fenstern, aber auch so ließ sich sich die sehr imposante Größe der Kirche erahnen. Wir waren echt mega beeindruckt. 







Zuletzt ging es für uns dann ins Museum. Und auch hier ein riesiges wow. Zum einen wieder der wunderschöne Kreuzgang. Der hatte mir im Schwesterkloster Michaelstein auch schon so gut gefallen. Und auch die restliche Ausstellung war einfach toll. Es ist echt erstaunlich, wie sich das Kloster in nur wenigen Jahren von einer winzigen Gemeinschaft zu einem (nach heutigen Maßstäben) riesigen Konzern entwickelt hat und wie "modern" alles organisiert und geregelt war. Die Mönche wären heute mit Sicherheit vielgefragte Top-Manager. 

Es gab so viel anzusehen und zu lesen, dass ich am Ende wegen Reizüberflutung eine Pause brauchte. Bringt genug Zeit mit, wenn ihr das Kloster Walkenried besucht. Es lohnt sich!











Auch dieses Mal machten wir uns sehr müde, aber auch sehr zufrieden auf den Weg nach Hause. Wenn ich die drei Klöster, die wir bis jetzt für den Klostersommer besucht haben, vergleiche, dann hat mir bis jetzt das Kloster Walkenried am besten gefallen. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Jetzt fehlen mir noch drei Klöster bis zur Klostersommer-Nadel. Mal sehen was mich da erwartet. ich bin gespannt.