Sonntag, 17. Juli 2022

Kultur pur - Freilichtbühne Bellenberg "Der eingebildet Kranke"

 Eine total Kranke Revue im Kurhotel St. Moritz...

Am Samstag Abend war wieder Freilichtbühnenzeit angesagt. Passend zu meinem Geburtstag haben wir einen weiteren tollen Abend in Bellenberg verbracht und uns die Premiere des zweiten großen Abendstücks "Der eingebildet Kranke" besucht.
 
Der Spaß begann bereits vor der Vorstellung. Das Umfeld der Bühne war mal wieder  passend zum Stück dekoriert. Aus der Kasse wurde die Patientenaufnahme, der Imbiss zur "makrobiotischen kulinarischen Nährstoffzufuhr" und der Kiosk zu "Rüttlis Apotheke". 



 

Und sogar das Getränkeangebot war wieder an das Stück angelehnt. Es gab passenderweise makrobiotisch wertvollen glutenfreien Rauhhaardackel in dreierlei Variationen. Prösterchen! 😂🍸
 
 
Das nächste Highlight war dann das Bühnenbild. Wie gewohnt mit ganz viel Liebe zum Detail. Sei es das Skelett mit Zigarette im Mund im Untersuchungszimmer, der Kurpark von St. Moritz mit plätscherndem Springbrunnen oder der überquellende Schreibtisch des Oberarztes. Es gab viel zu entdecken.




 

Der Star des Abends war natürlich die total kranke Revue der gewohnt spielfreudigen Truppe der Freilichtbühne.

Hier mal eine kurze Zusammenfassung des Inhalts: 
 
Der wohlsituierte Axel, hauptberuflich Hypochonder, weilt im Kurhotel. Der Klinikleiter Prof. Henkelmann nutzt die Gelegenheit, seinen reichen Patienten nach Strich und Faden auszubeuten. Angelika, Axels Tochter, soll Harald, Medizinstudent und Sohn von Prof. Henkelmann, heiraten, damit Axel auf Lebzeiten ein Arzt zur Seite steht. Sie hat sich jedoch in Clemens verliebt, der ihr überall hin folgt und derzeit auch im Hotel wohnt.
Toni, die gewitzte Pflegerin von Axel, will Angelika beistehen. Sie hilft Axel, seinen eigenen Tod vorzutäuschen, um herauszufinden, wer ihn wirklich liebt. Axel erkennt so die wahre Liebe seiner Tochter und die Geldgier seiner zweiten Frau Melitta. Angelika darf nun heiraten, jedoch nur unter der Bedingung, dass ein Arzt in die Familie kommt. Da Clemens dafür nicht in Frage kommt, wird rasch eine Zeremonie inszeniert, die Axel glauben lässt, er selbst würde im Blitzverfahren zum Arzt ausgebildet. Axel hält das gespielte Aufnahmeritual für echt und schwört den hippokratischen Eid.
 
(Zitat aus dem Programm der Freilichtbühne) 
 
Als Grundlage dient der Klassiker "Der eingebildete Kranke" von Molière. Dieser wird gekonnt in die Gegenwart geholt und wunderbar überspitzt und ins lächerliche karrikiert. Da tanzt die falsche Ehefrau mit übergroßen Champagnerflaschen, es fallen Schneeflocken, wenn die Tochter mit dem Freund von einer Flucht im Schnee träumt, damit er keine Probleme mit seinem Heuschnupfen hat, und der eingebildet Kranke ist wegen Burnouts in Kur. Und meine persönliche Lieblingsfigur war die Pflegerin, die bissig und vorlaut überall ihre Finger im Spiel hatte. (Leider war das fotografieren verboten. es hätte viele schöne Motive gegeben.😢)

Hier ein paar Fotos von der Website.

http://freilichtbuehne-bellenberg.de/media/pages/impressionen/unsere-stuecke/der-eingebildet-kranke-2022/275e3f1e3a-1658314312/dsc_6043.jpg 
 
http://freilichtbuehne-bellenberg.de/media/pages/impressionen/unsere-stuecke/der-eingebildet-kranke-2022/bcc45fc810-1658314313/dsc_6228.jpg 
 
http://freilichtbuehne-bellenberg.de/media/pages/impressionen/unsere-stuecke/der-eingebildet-kranke-2022/2b3fcb4a3a-1658314313/dsc_6496.jpg 
 
http://freilichtbuehne-bellenberg.de/media/pages/impressionen/unsere-stuecke/der-eingebildet-kranke-2022/2dfe903f25-1658314313/dsc_6567.jpg 
 
http://freilichtbuehne-bellenberg.de/media/pages/impressionen/unsere-stuecke/der-eingebildet-kranke-2022/a5b7a7932f-1658314313/dsc_6623.jpg 
 
http://freilichtbuehne-bellenberg.de/media/pages/impressionen/unsere-stuecke/der-eingebildet-kranke-2022/21a7dbb3e1-1658314314/dsc_6639.jpg

Es war wieder ein Fest. Wir haben Tränen gelacht. Es war ein riesiger Spaß dem Treiben auf der Bühne zuzusehen. Auch wenn es mal kleinere Texthänger gab, oder der eine oder andere Ton minimal daneben lag, hatten wir riesigen Spaß. Zurecht gab es stürmischen Applaus und Standing Ovation.

Vielen Dank liebes Team der Freilichtbühne Bellenberg. Es war wieder ein toller Abend. Wir sehen uns im September wieder. Dann geht es nach New York und Madagascar.

Wichtig: Die Rechste für die Fotos, die ich mir auf der Website der Freilichtbühne ausgeborgt habe liegen allein beim Verein Freilichtbühne Bellenberg e.V. Ich verdiene damit kein Geld. Das Bloggen ist ein reines Hobby von mir. Dankeschön!
 
 
 

Montag, 11. Juli 2022

Stempelwandern im Harz - Barrierefreies Stempeln für alle...

Ein echtes Herzensprojekt...

Schon länger trage ich eine Idee mit mir herum. Ich habe sie bisher nur so im Hinterkopf gehabt und nur so am Rand mal nebenbei weiter verfolgt. Ohne wirklichen Ehrgeiz und weitere konkrete Gedanken. Aber der plötzliche Tod meiner Mama hat mich mit voller Wucht getroffen und zum Um- und Nachdenken gebracht. 

Meine Mama war die letzten Jahre bei Unternehmungen auf einen Rollstuhl angewiesen. Ihre Krankheiten und das Alter hatten dafür gesorgt, dass sie nicht mehr gut zu Fuß war und nur noch kurze Strecken mit einem Rollator gehen konnte. Längere Strecken gingen nicht mehr. Wir haben sie im Rollstuhl geschoben. 

Trotz allem wollten wir mit ihr (vor allem nach Papas Tod im letzten Jahr) Unternehmungen machen und eine schöne Zeit verbringen. Deswegen mussten diese Unternehmungen auch barrierefrei oder zumindest barrierearm sein. Rollstuhltauglich haben wir immer gesagt. 

Seit 2018 bin ich im Stempelfieber. Ich liebe den Harz und die Harzer Wandernadel. Oft habe ich meinen Eltern davon erzählt und ihnen Fotos gezeigt. Im Oktober letztes Jahr habe ich mit Mama dann einen Mutter-Tochter Ausflug nach Wernigerode in den Tierpark Christianental gemacht. Ich habe hier auch davon berichtet. 

Vor diesem Ausflug habe ich lange nach schönen Ausflugsmöglichkeiten mit Stempelstellen gesucht, die rollstuhltauglich sind. Dabei musste ich mich echt anstrengen, denn die Angaben auf der Seite der Harzer Wandernadel sind da leider sehr, sehr spärlich. Zum Glück bekam ich auch ein bisschen Hilfe aus der Facebookgruppe, der ich mich angeschlossen habe. Schwarmintelligenz sei dank.

Nach dem sehr schönen Ausflug mit Mama kam mir dann eine Idee: Warum nicht eine Karte oder Tabelle erstellen, in der verzeichnet ist, wie rollstuhlfreundlich die einzelnen Stempelstellen und der Weg zu ihnen hin sind. Sicher auch interessant für Eltern mit Kinderwagen, da dort ja ähnliche Vorraussetzungen gegeben sind. Aber wie gesagt: Die Idee verschwand fürs erste in meinem Hinterkopf. Andere Sachen waren erst mal wichtiger und dringender. 

Jetzt nach Mamas Tod kam dieses Projekt wieder sehr präsent in mein Bewusstsein. Warum damit länger warten. Alles kann so schnell vorbei sein. Das habe ich jetzt erst wieder schmerzlich gemerkt. Ich möchte jetzt handeln und anderen helfen, die vielleicht in einer ähnlichen Lage sind, wie ich es mit Mama war. Die vielleicht Oma, Opa oder einen Freund mit auf Stempeltour nehmen möchten, der oder die im Rollstuhl sitzt. 

Ich habe mir nun folgendes überlegt:
  • die Stempelstellen werden nach dem Ampelsystem gekennzeichnet
    • grün - Stempelstelle barrierefrei erreichbar, Umgebung ebenso
    • gelb - Stempelstelle eingeschränkt barrierefrei bis barrierearm, meist für Kinderwagen noch geeignet, aber nicht für Rollstühle
    • rot - Weg zur Stempelstelle bzw. die Stempelstelle selbst werder für Rollstuhl noch für Kinderwagen geeignet
  • meine Erfahrungen und Ergebnisse werde ich einer Google-Karte (hier zu finden) und einer schriftlichen Übersicht hier auf meinem Blog veröffentlichen (die Seite findet ihr oben im Hauptmenü)

Natürlich bin ich nicht 100% objektiv. Ich gehe immer von mir und meinen Erfahrungen in Sachen Ausflügen mit Rollstuhl aus. Wir hatten einen einfachen Falt-Rollstuhl und eine unterbaubare elektrische Brems- und Schiebehilfe

Hier Bilder. Meine Erfahrungen damit nehme ich als Grundlage.

Der Rollstuhl ohne Schiebehilfe

Die Schiebehilfe

Rollstuhl mit montierter Schiebehilfe


Meine Bewertungskriterein die ich bei der Berwertung als Grundlage sehe sind wie folgt:

  • Wie ist die Wegbeschaffenheit auf dem Weg zum Stempel hin?
    • Untergrund, Schlaglöcher, Unebenheiten usw.
  •  Gibt es unterwegs starke Steigungen oder starkes Gefälle?
    • Bei beidem braucht man beim Rollstuhl Unterstützung beim Schieben und Bremsen mit zusätzlicher Manpower oder einer elektrischen Unterstützung
  •  Gibt es unterwegs Treppen, die nicht umgangen werden können?
    • no go mit Rollstuhl aber zu zweit mit leichtem Kinderwagen eingeschränkt passierbar
  • Die Länge des Weges zum Kasten ist eher ein Randkriterium. Mit Unterstützung sind ja auch längere Strecken möglich. Immer in Abhängigkeit von der Fitness der schiebenden Person
  • Wenn der Kasten an Gaststätten steht schaue ich mir immer auch die Gaststätte selbst an
    •  Ist die Gaststätte selbst barrierefrei?
    •  Wie ist der Zugang zur Gaststätte?
    •  Gibt es im Inneren viele Treppen?
    • Sind die Toiletten barrierefrei zu erreichen? Gibt es vielleicht sogar eine Behindertentoilette?
    • Gibt es ausgewiesene Behindertenparkplätze? 
Dies sind mit Sicherheit noch nicht alle wichtigen und relevanten Punkte. Bestimmt fallen mir im Laufe der Zeit noch weitere Kriterien ein. Ich werde sie dann ergänzen bzw. verfeinern.
 
Und was ganz wichtig ist: Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es kann durchaus auch andere Wege zur Stempelstelle geben, die vielleicht einfacher und barrierefreier bzw. barrierearmer sind. Wer einen kennt, bitte melden. Ich bin für jede Hilfe dankbar. Und vor allem: Ich übernehme keine Haftung für meine Angaben. Sie sollen nur eine erste Übersicht geben. Jeder ist für sich und alle, die mit dabei sind selbst verantwortlich. Wie gesagt: Ich bin nicht objektiv und was für mich machbar ist, ist für andere vielleicht nicht möglich und umgekehrt. 

Natürlich wird es eine Zeit dauern, bis ich Wanderkaiserin bin und alle Stempelstellen besucht habe. Zwar habe ich jetzt mehr Zeit und Gelegenheit um in den Harz zu fahren, aber es sind immer noch 2 - 2,5 Std. Fahrt und das Benzin wird auch nicht billiger. Und ich möchte auch alles in Ruhe angehen und nichts übers Knie brechen. Alles soll doch irgendwie Hand und Fuß haben. Und das brauch nun einmal seine Zeit.
 
Jetzt schaue ich erst mal in den September. Am Wochenende habe ich eine Woche Auszeit im Harz gebucht. Es geht nach Claustal Zellerfeld und zum Wandermarathon in Hahnenklee. Ich freue mich drauf und hoffe, dass nichts dazwischen kommt.

Ich widme meiner Mama dieses Projekt und all die Arbeit, die ich hineinstecken werde. Vielleicht sieht sie mich von irgendwo und lächelt, wenn ich versuche, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Dienstag, 5. Juli 2022

Stempelwandern im Harz - Besuch im Kloster Michaelstein (HWN 59) und Harzer Klostersommer

Einkehr im Kloster und ganz viel Musik

Am Wochenende haben wir seit langer Zeit mal wieder einen Ausflug in den Harz gemacht. Nach Mamas Tod brauchte ich dringend eine Ablenkung und da kam eine kleine Auszeit gerade recht.

Im Internet bin ich beim Stöbern auf die Termine des Harzer Klostersommers gestoßen. Dieses Wochenende war als Station dort das Kloster Michaelstein aufgeführt. Viel gibt es dort zu erleben: Ein altes Kloster zum Erkunden, eine sehr interessante Austellung mit alten Musikinstrumenten, eine wasserbetriebene Musikmaschine und ein blühender und duftender Kräuter- und Gemüsegarten. Das hörte sich vielversprechend an. Und als Bonbon dazu noch drei Stempel der Harzer Wandernadel. 1x Klostersommer, 1x Harzer Klosterwanderweg und 1x regulärer HWN-Stempel. Kurzum: Das perfekte Ausflugsziel für diesen Sonntag.

Bei schönstem Sonnenschein und mit schon morgens 24°C machten wir uns aus dem Werserbergland auf den Weg auf die andere Seite des Harzes nach Blankenburg. Kein Stau, kaum Baustellen, kein Verfahren. Das Glück war auf unserer Seite. Aber eines war uns schon jetzt klar: Es wird warm!

Angekommen am Kloster Michaelstein war natürlich kein Platz im Schatten frei. Aber was sollte es. Am Nachmittag war die Sonne sowieso rum gewandert und alle Parkplätze und Autos lagen in der prallen Sonne. Ätsch! 😜

Durch das wunderschöne Torhaus ging es dann für uns aufs Gelände. Erst einmal Lage sondieren und schauen, was wo ist. Und vor allem den ersten Stempel einsammeln. Der blaue Stempelkasten mit dem Klostersommer-Stempel stand passenderweise direkt mitten auf dem Hauptplatz vor der Musikscheune.





Dann ging es zum Museum. In dem alten Gebäude war es herrlich kühl. Richtig angenehm. Spontan haben wir uns dann einer Heilplanzen-Führung durch den Kräuter- und Gemüsegarten angeschlossen. Viel neues zu erfahren und zu lernen. Und die Gärten sind einfach ein Traum. Einziger Minuspunkt: Es gab ein bisschen wenig Schatten. Wir waren hinterher doch ein ziemlich froh, als wir uns im herrlich kühlen Kreuzgang abkühlen konnten.




Zum Mittag ging es in den Imbiss "Zum Klosterfischer". Lecker Brötchen mit Backforelle und Remouladensoße. Yummi! Und hinterher ein schönes Eis. Seelenfutter in Reinstform. Und was uns sehr positiv auffiel: Alles behindertenfreundlich und barrierefrei. Der Blick hat sich mittlerweile bei mir fest eingebürgert. Die Zeit mit Mama im Rollstuhl unterwegs hat mich geprägt.

Frisch gestärkt ging es anschließend auf Stempeljagd. Der bekannte grüne Stempelkasten der HWN steht etwas oberhalb in der Nähe der Fischteiche. Ein kleiner Fußmarsch (großteils in praller Sonne). Schnell war der Kasten erreicht und die beiden verbliebenen Stempel (HWN 59 Klostergrund Michaelstein + Klosterstempel) in den Stempelpass und das Heft vom Klosterwanderweg gedrückt. Dieser Kasten ist leider nicht barrierefrei erreichbar. An einer Stelle ist der Weg ausgebrochen und für Rollstühle unpassierbar. Abgesehen davon, dass der Weg insgesamt sehr schmal und nicht wirlich befestigt ist. Schad eigentlich. Der Blick über die Teiche in Richtung Kloster ist echt schön.

 


Die Schlüsselstelle - für Rollstühle ein echtes No-Go

Zurück auf dem Klostergelände stand für uns die Vorführung der mit Wasser angetriebenenen Musikmaschine von Salomon de Caus auf dem Programm. Die Karten hatten wir uns vorher zuhause online bestellt. Und auch hier müssen wir sagen. Es hat sich gelohnt. Echt beeindruckend, was der gute Mann sich da 1615 ausgedacht hat. Eine Walzen-Spieluhr mit sich bewegender Figur und das alles mit Wasserantrieb. Ein echtes Kunstwerk. Super!



Zum Abschluss machten wir dann noch einen Rundgang durch die Musikausstellung und noch einmal einen Abstecher in den Kreuzgang und die alten Klosterräume. Erst in den "KlangZeitRaum". Eine echt beeindruckende Ausstellung mit ganz vielen interaktiven Elementen zum ansehen, anhören und ausprobieren. Eine super interessante Reise durch die Geschichte der Musikinstrumente. Am besten hat mir die Installation mit Bachs Weihnachtsoratorium in der Herzogsloge gefallen.



Im Kreuzgang war es wie schon zu Anfang herrlich kühl und die alten Mauern und kargen Räumlichkeiten machten echt Eindruck auf mich. Die Ruhe färbte ab und man konnte herrlich runter kommen.


Am Ende des Tages machten wir uns dann müde, kaputt, aber sehr zufrieden auf den Rückweg ins Weserbergland. Viel gesehen und viele erlebt. Ein gelungener Tag. Diese Nacht hatte ich keine Probleme tief und gut zu schlafen.

Freitag, 24. Juni 2022

Die Welt steht still...

Das Leben und das Schicksal können verdammt große Arschlöcher sein. Von Fairplay und Gerechtigkeit keine Spur. Das musste ich jetzt wieder erfahren und es hat mir den Boden unter den Füßen weg gerissen.

Nicht mal ein Jahr nach Papas Tod ist jetzt auch Mama nicht mehr da. Plötzlich kollabiert. Sie starb unter meinen Händen. Ich kann es immer noch nicht fassen. Sie hatte nur ein paar Schrammen von einem Sturz. Alles schien in Ordnung. Sie hat sich noch beschwert, dass alle so einen Aufstand machten. Und dann von einem Moment auf den anderen Herzstillstand. Tod, weg. 

Meine Mama. Die liebevollste Frau, die ich kannte. Immer für andere da. Ein Engel auf Erden, der aber wenn es nötig war auch Haare auf den Zähnen hatte und mit Ihrer Meinung nie hinter dem Berg hielt. Mein Anker und mein Fels. So viel haben wir zusammen erlebt und durchgestanden. 

Auch wir hatten noch so viele Pläne zusammen. Zusammen in den Urlaub fahren und kleine Abenteuer erleben. Ich wollte ihr Smartphone Unterricht geben, damit Sie mit mir Videotelefonieren kann. Wir wollten zusammen in den Harz und an die Nordsee. Wieder muss ich diese Pläne begraben.

Gerade weiß ich nicht ein und nicht aus. Alles fühlt sich an wie ein riesiger Alptraum. Ich habe das Gefühl ins Bodenlose zu fallen. Wieder funktioniere ich statt zu leben. Alles fühlt sich so sinnlos an.

Jetzt sind beide nicht mehr da. Und alle sagen, das Leben muss weiter gehen. Wie, muss ich für mich erst einmal herausfinden. Ich werde weiter in diesem Blog schreiben, weil ich versuche zu glauben, dass Mama und Papa von irgendwo auf mich schauen und sich dies gewünscht hätten. Für sie habe ich mit dem Bloggen angefangen, aber sie hätten nicht gewollt, dass ich hier ende und einfach so abbreche. Durchhalten und weiter machen, war immer ihre Devise. Sie haben immer gesagt, das ich meine Träume leben soll und für Sie werde ich es versuchen. 

Macht es gut Mama und Papa. Jetzt seid ihr wieder zusammen und passt zusammen auf uns auf. Ich habe euch lieb.

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Montag, 13. Juni 2022

Tour Natur - Sandwelten Bad Lippspringe

 Wilde Tiere und Tonnen von Sand...

Auch dieses Wochenende haben wir für einen Familienausflug genutzt. Nach dem Krübisfestival im Oktober zog es uns jetzt wieder nach Bad Lippspringe. Auf der Internetseite der Gartenschau hatten wir von den Sandwelten gelesen. Große Figuren aus Sand genau wie bei den Kürbistieren, die an verschiedenen Plätzen auf dem Gelände besichtigt wrden können. Das hörte sich gut an und das Wetter war traumhaft. Also ab ins Auto und los.

Und wieder grüßte uns das Murmeltier. Wie beim Besuch im Herbst hatten wir Probleme einen Parkplatz zu bekommen. Da muss Bad Lippspringe echt was machen. Aber auch jetzt hatten wir dann doch Glück und dieses Mal mussten wir zum Glück nicht lange warten um am Schalter unsere Eintrittskarten zu bekommen.   

Auf dem Gelände war dann ein etwas 2,5 km langer Rundweg ausgeschildert, auf dem es dann 10 Sandskulpturen zu entdecken gab. Thema waren dieses Mal "Wilde Tiere". 

Die Skulpturen waren einfach beeindruckend. Wahnsinn, was man aus Sand so alles machen kann. Besonders gut haben mir die Elefanten und das faule Nashorn gefallen. Aber ich denke ich lasse hier jetzt einfach mal Bilder sprechen:

Löwe

Nilpferd-Mama mit Kind

Tintenfisch

Wolf

Koala

Krokodil

Eisbär beim Fischfang

Elefantenmama mit Kind

Nashorn

Gorilla

Dieser Besuch hat sich wieder gelohnt. Die Sandtiere haben uns wirklich super gefallen. Und obwohl der Park wirlich gut besucht war hatten wir trotztdem unsere Ruhe und alles war herrlich entspannt. 

Und was  uns dieses Mal noch mehr auffiel und wirklich super war: Die Wege im Park sind alle sehr gut in Schuss und über weite Strecken gibt es neben den schlaglochfreien Naturwegen, die mit (fest gefahrenem) Sand und Kies gestreut sind, für Rollstühle und Rollatoren einen extra mit Betonplatten befestigten Streifen. Das macht das Schieben einfach. Wir haben es an mehreren Orten, die wir besucht haben, schon ganz anders und sehr, sehr viel schlechter erlebt. Der Park in Lippspringe ist da eine sehr angenehme Abwechslung.

Und wieder stellten wir fest: Auch bei den Sandwelten sind wir bestimmt nicht das letzte Mal gewesen und schon jetzt sind wir gespannt auf das Thema im nächsten Jahr. Im Herbst steht auf jeden Fall wieder Das Kürbisfestival auf unserem Plan. Dieses Mal mit dem Thama "Fantasiewesen". Lassen wir uns überraschen.